Gesunde Umwelt - Gesunde Kinder
Weltgesundheitstag 2003
Die Schule als wesentlicher Teil der Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen stand im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Weltgesundheitstag in Bayern am 12. Mai 2003, zu der die LZG gemeinsam mit der Stadt Nürnberg in die Nürnberger Grund- und Hauptschule an der Bismarckstraße geladen hatte. „Gesunde Umwelt – gesunde Kinder“ lautete das von der WHO vorgegebene Motto. Schirmherr der Veranstaltung war Staatsminister Eberhard Sinner, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz.
Das Beispiel der Hauptschule an der Bismarckstraße in Nürnberg zeigt, dass engagierte SchülerInnen und Lehrkräfte viel für eine gesundheitsfördernde Atmosphäre an der Schule tun können. Sie berichteten über ihre aktuellen Probleme im Schulalltag und zeigten einige beispielhafte Lösungen auf. Rektorin Ingrid Runkel, Bürgermeister Horst Förther und Prof. Dr. Johannes Gostomzyk, Vorsitzender der LZG, begrüßten mehr als 200 Gäste, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler.
Gesundheitsminister Sinner sprach zum Thema „Was leistet die Gesundheitspolitik für unsere Kinder?“. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die gesundheitliche Prävention und ihre Förderung durch eine aktive Gesundheitspolitik. Der Minister berichtete beispielhaft über Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in Bayern – von Projekten der Gesundheitsinitiative „Bayern aktiv“ für Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen bis hin zu Projekten wie z.B. dem Medienpaket „Olli Ohrwurm – Schule des Hörens für Kinder“ oder dem Schülerwettbewerb zur Förderung des Nichtrauchens „Be Smart – Don’t Start“, die von der LZG durchgeführt werden.
„Gesunde Schule – gesunde Kinder, Eltern und Lehrer“
Die „gesunde Schule“ war auch Thema der anschließenden Podiumsdiskussion. Neben Vertretern von SchülerInnen, Lehrkräften und Elternbeirat nahmen daran Gesundheitsminister Sinner, der Nürnberger Stadtrechtsdirektor Dr. Frommer und Prof. Gostomzyk teil. Die gesundheitsfördernde Gestaltung einer Schule hänge vor allem von denjenigen ab, „die Schule sind“, betonte Gostomzyk: „und das sind nicht zuletzt die Schüler selbst“.
SchülerInnen und Lehrkräfte der Hauptschule an der Bismarckstraße berichteten über aktuelle Probleme im Schulalltag und zeigten zugleich beispielhaft Lösungsmöglichkeiten auf. So steige etwa die Bewegungsfreude der SchülerInnen deutlich, wenn das Angebot ihren Interessen entgegenkomme und die Sportstunde z.B. einmal in ein (preisgünstiges) Fitness-Studio verlegt werde. Mit Freude widmeten sich SchülerInnen auch eher außergewöhnlichen Bewegungsmöglichkeiten wie z.B. der Akrobatik: die Jongliergruppe der Schule zeigte ihre Kunststücke mit Bällen und Tüchern und fand in Minister Sinner einen aufmerksamen Beobachter. Der Minister appellierte an die Eltern, ihren Kindern ausreichen Bewegung zu ermöglichen. Jahrelange bewegungsarme Erziehung könne nicht allein durch die Schule ausgeglichen werden.
Gesundheit umfasst nicht nur körperliche, sondern auch seelische und soziale Aspekte. So können beispielsweise Einzelkinder in der Familie soziale und emotionale Kompetenzen nicht hinreichend entwickeln, um mit Konflikten mit Gleichaltrigen richtig umzugehen. Das „Streitschlichterprogramm“ von Schülern für Schüler soll hier Abhilfe schaffen. „Streitschlichter tragen dazu bei, dass ein anderes Klima an der Schule entsteht“, sagte Lehrerin Renate Grell. Dies unterstütze auch die Lehrkräfte, die den Schulalltag vor allem aufgrund der Klassenstärken für sich häufig als gesundheitlich belastend empfänden.
Ein weiterer Diskussionspunkt war das Thema „Rauchen“. Erwachsene seien meist keine Vorbilder, kritisierten Schülerinnen und Schüler: gelernt werde eher von Gleichaltrigen. Einige von ihnen stellten daher in Rollenspielen „Verführungssituationen“ vor und zeigten zugleich, wie z.B. dem Gruppendruck, „Imponiergehabe“ oder vermeintlichem „Cool-Sein“ begegnet werden kann.
Die Beispiele der Hauptschule an der Bismarckstraße in Nürnberg zeigen, wie SchülerInnen und Lehrkräfte zu einer gesundheitsfördernden Atmosphäre an der Schule beitragen können. Dies sei die Botschaft der Auftaktveranstaltung zum Weltgesundheitstag 2003, betonte Gostomzyk:
„Gesundheit kann man in der Schule lernen –
bayernweit!“

