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Gemeinsam Antibiotikaresistenzen verhüten und bekämpfen

Weltgesundheitstag 2011

Werden unsere Medikamente gegen Infektionskrankheiten unwirksam? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht anlässlich des Weltgesundheitstages 2011 auf ein weltweit drängendes Problem aufmerksam, das im Krankheitsfall für jeden Einzelnen eine lebenswichtige Bedeutung bekommen kann: auf die Entwicklung antimikrobieller Resistenzen.

Immer häufiger sind Krankheitserreger gegen antimikrobielle Wirkstoffe resistent, d.h. sie haben Widerstandsmechanismen entwickelt, die sie gegen ein oder mehrere Medikamente unempfindlich machen. Hervorgerufen und begünstigt wird diese Entwicklung vor allem durch den nicht sachgerechten Einsatz der Medikamente sowohl in der Humanmedizin als auch in der Tierhaltung sowie durch unzureichende Hygienemaßnahmen.

Gemeinsam Antibiotikaresistenzen verhüten und bekämpfen

In Deutschland wird das Thema des Weltgesundheitstages auf Resistenzen gegen Antibiotika konzentriert. Im Mittelpunkt steht dabei die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie („DART“).

Sie wurde im Jahr 2008 von den Bundesministerien für Gesundheit (BMG), für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Organisationen und Verbänden des Gesundheitswesens erarbeitet. Das Übereinkommen setzt Schwerpunkte auf die intensivere Überwachung von Antibiotika-Verbrauch und Resistenzentwicklung, auf die Förderung eines sachgerechten Umgangs mit diesen Medikamenten, eine verstärkte Zusammenarbeit der Gesundheitseinrichtungen und die Förderung der wissenschaftlichen Forschung in diesem Bereich.

Erkenntnisse daraus haben Eingang in die Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes gefunden, die im März 2011 vom Bundeskabinett verabschiedet wurde. Bayern war mit der „Verordnung zur Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen“, die seit Januar 2011 in Kraft ist, bereits einen Schritt voraus gegangen.

Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes, die noch im Sommer in Kraft treten soll, sieht vor, dass die Länder Verordnungen zur Infektionshygiene und zur Prävention von resistenten Krankheitserregern in medizinischen Einrichtungen erlassen. Die Empfehlungen der Expertenkommissionen des Robert-Koch-Institut zur Infektionsvermeidung werden verbindlich. Informationen zur Hygienesituation sollen dann in die Qualitätsberichte der Krankenhäuser aufgenommen werden und damit z.B. Patienten für die Auswahl eine gezielte Information ermöglichen.

Denn vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind resistente Krankheitserreger ein Problem; die Infektionsraten in Deutschland seien im Vergleich zu den Nachbarländern hoch, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium.

Um die Ausbreitung resistenter Krankheitserreger zu verhindern und der Entwicklung neuer Resistenzen vorzubeugen, sind die wichtigsten Maßnahmen

  • die konsequente Einhaltung von Hygieneregeln und Desinfektionsmaßnahmen, um die Übertragung von Erregern zu verhindern, und
  • die sachgerechte und verantwortungsvolle Verschreibung von Antibiotika ent-sprechend ihres Wirkungsspektrums. Ein unkritischer und unsinniger Einsatz, beispielsweise bei Erkältungskrankheiten, ist zu vermeiden.

„No action today, no cure tomorrow“, warnt die Weltgesundheitsorganisation: Wird die Resistenzentwicklung nicht eingeschränkt, kann die Heilung von Infektionskrankheiten in Zukunft gefährdet sein. „Keiner von uns kann sich heute vorstellen, in einer Welt ohne antimikrobiotisch wirksame Substanzen zu leben“ – und jeder kann in seinem Bereich Verantwortung dafür übernehmen, dass die Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen nicht weiter voranschreitet.