Online-Kurs „Cannabis und Schule: wissen, verstehen, handeln“
Der Austausch mit kommunalen Suchtpräventionsfachkräften sowie Pädagoginnen und Pädagogen aus der Schulpraxis zeigt: Es besteht ein hoher Bedarf an Sensibilisierung und Aufklärung im Bereich Cannabisprävention. Dies betrifft Fachkräfte und Lehrkräfte genauso wie Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern.
Sie sind Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft und haben sich auch schon einmal gefragt, wie Sie mit dem Thema Cannabis in Ihrem beruflichen Alltag am besten umgehen und präventionsorientiert handeln können? Dann bietet der Online-Kurs „Cannabis und Schule: wissen, verstehen, handeln“ Ihnen eine niedrigschwellige Fortbildungsmöglichkeit.
Der Kurs im Überblick
Die Modulübersicht illustriert die sieben Wissensmodule und sieben weitere Praxismodule. Klicken zum Vergrößern
Der evaluierte Online-Kurs „Cannabis und Schule: wissen, verstehen, handeln“ ist modular aufgebaut und kann asynchron mit einer Bearbeitungszeit von ca. vier Stunden absolviert werden. In sieben Wissensmodulen werden den Teilnehmenden dabei spannende Hintergrundinformationen rund um das Thema Cannabis und den Konsum unter Jugendlichen vermittelt. In vertiefenden Praxismodulen wird das gelernte Wissen in den beruflichen Alltag übertragen: Durch alltagsnahe Beispiele und praktische Tipps zum Umgang mit Cannabis erwerben die Teilnehmenden hilfreiche Kompetenzen zum adäquaten und präventionsorientierten Handeln.
Der erste Block vermittelt Grundlagenwissen u. a. zu den gesetzlichen Grundlagen, verschiedenen Konsumformen und -mustern, der kurzfristigen Wirkung und langfristigen Folgen sowie Konsumprävalenzen und -motiven unter Jugendlichen. Im darauffolgenden Praxisblock werden die Teilnehmenden u. a. dazu befähigt, Anzeichen für Cannabiskonsum zu erkennen, bei Jugendlichen und deren Eltern zu thematisieren und im Sinne der Prävention zu handeln.
Dabei begleiten verschiedene beispielhafte Charaktere der „Johannes-Staller-Schule“ wie die 15-Jährige Sofia oder die suchtpräventionsbeauftragte Lehrkraft Hr. Sandmeier die Teilnehmenden und bieten anhand lebensechter Beispiele spannende Einblicke in den Schulalltag. Wagen Sie gerne einen kurzen Blick:
Zielgruppe
Das Angebot richtet sich derzeit vorrangig an suchtpräventionsbeauftragte sowie weitere interessierte Lehrkräfte, regionale Fachkräfte für Suchtprävention (u. a. im Rahmen des Projekts HaLT) und Fachkräfte der Jugend- und Schulsozialarbeit. Eine Ausweitung des Angebots für andere Personengruppen ist in Planung.
Bearbeitungsdauer
Der Online-Kurs kann in ca. vier Stunden durchlaufen werden. Darüber hinaus haben Teilnehmende die Möglichkeit, mehr Zeit zu investieren und durch spannende Zusatzinformationen tiefer in das Thema einzutauchen.
Teilnahme und Anmeldung
Haben Sie Interesse am Online-Angebot und wollen weitere Einblicke gewinnen oder sich sogar direkt anmelden? Dann finden Sie eine Vorschau zum Kurs sowie die Anmeldemöglichkeit auf der Lernplattform der BAS. Die Anmeldung zum Kurs ist kostenlos und erfordert lediglich die Registrierung auf der Lernplattform.
Ausgezeichnetes Angebot
Das Online-Angebot hat sich bereits als wertvolle und geschätzte Weiterbildungsmöglichkeit für verschiedene Personengruppen zum Umgang mit Cannabiskonsum unter Jugendlichen im beruflichen Alltag erweisen. Damit leistet der Online-Kurs einen wichtigen Beitrag, Jugendliche effektiv vor den Risiken des Cannabiskonsums zu schützen und einen präventionsorientierten Ansatz im Schulalltag zu verankern. Für die didaktische und mediale Qualität wurde der Online-Kurs mit dem Comenius Siegel der Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien e. V. ausgezeichnet.
Entwicklung und Pilotierung
Im Rahmen des Projekts „Cannabisprävention – ein interaktives virtuelles Lernerlebnis“ und in Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) entwickelte das ZPG den Online-Kurs als virtuelle, asynchrone und lebensweltnahe Fortbildungsmöglichkeit zur Sensibilisierung und Aufklärung einzelner Adressatengruppen zum Thema Cannabis und dessen Prävention. Die digitalen Lerneinheiten wurden dabei in Zusammenarbeit mit der Münchner Agentur Youknow GmbH ausgearbeitet und umgesetzt.
Von Januar bis April 2024 wurde der Online-Kurs „Cannabis und Schule: wissen, verstehen, handeln“ schließlich im Rahmen einer Pilotphase durch interessierte Personen aus Bayern auf dessen Vollständigkeit und Passgenauigkeit für die Zielgruppe getestet. Die Teilnehmenden konnten dabei über integrierte Befragungen Feedback zu Aufbau, Inhalten und Nutzen des Kurses geben. Bereits in dieser Phase wurde das Interesse am Online-Angebot deutlich: Ende April 2024 hatten bereits über 570 Personen den Kurs erfolgreich abgeschlossen. Anhand der Evaluationsergebnisse wurde das Online-Angebot überarbeitet und steht seit August 2024 bundesweit zur Nutzung zur Verfügung.
Gefördert wird das Projekt durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP).
Evaluationsergebnisse & Ausblick
Die bayernweite Evaluation zeigt den Nutzen des Online-Kurses im Bereich der cannabisbezogenen Wissens- und Kompetenzvermittlung und die Zufriedenheit der Teilnehmenden mit Inhalt und Methodik. Vor der Teilnahme gab die Mehrheit der Teilnehmenden (55 % (n=550)) an, ein moderates Wissen über Cannabis zu haben. Jeweils 19 % schätzten ihr Wissen als gering bzw. hoch und 3,1 % als sehr hoch ein. Nach der Teilnahme schätzte die Mehrheit (56 %, n=322) ihr Wissen zu Cannabis als hoch ein, 11 % als sehr hoch und 32 % als moderat. Die große Mehrheit gab außerdem an, mit dem persönlichen Wissenszuwachs (95 %) und Kompetenzerwerb (90 %) durch den Online-Kurs (sehr) zufrieden zu sein. Die Mehrheit der Teilnehmenden (86 %) bewerteten den Online-Kurs insgesamt als gut oder sehr gut und fast Alle (95 %) würden den Kurs an Kolleginnen oder Kollegen (eher) weiterempfehlen.
Zukünftig sollen weitere Zielgruppen, wie z. B. Fachkräften der Jugendarbeit und Polizei oder Eltern, vom Online-Kurs profitieren. Hierfür wird der Online-Kurs inhaltlich weiterentwickelt. Seitens BZgA wurde die Förderung des Projekts daher bis Ende 2025 verlängert, sodass ergänzende interaktive Module sowie verschiedene Begleitmaterialien, die speziell auf die Bedarfe und Fragestellungen weiterer Personengruppen ausgerichtet sind, nachproduziert werden können. Auch die bundesweite Bewerbung des Angebots soll vorangetrieben werden.

